Es wird Zeit mal ein bisschen über das Arbeitsleben hier in GB zu schreiben. Lange geplant, lange gefordert und doch nie gemacht. Heute will ich damit mal anfangen und mal ein bisschen das Aufholen, was ich in den letzten Monaten eben nicht geschrieben habe.

Als ich letzten September hier nach Glasgow gezogen bin, hab ich nach 2 Wochen gleich meinen ersten Job gefunden. Als Softwareentwickler bei einem Microsoft Gold Partner in Paisley, einem Vorort von Glasgow. An sich bin ich schon mit großen Erwartungen an den Job ran gegangen. Die Firma klang auf dem Papier erst mal gut und auch das Gehalt war eigentlich überdurchschnittlich. Gut dachte ich.  Doch wie das im Leben so ist, wars diesmal der Schwartz Peter, den ich gezogen hatte. Die Firma ist rückblickend betrachtet einfach nur ein Alptraum. Wer sich jemals mit moderner Softwareentwicklung, agilen Entwicklungsmethoden, Teammotivation und solchen Sachen beschäftigt an, findet an dieser Firma ein Paradebeispiel, wie man es eben NICHT machen sollte.

Anfangs dachte ich noch, gut ist eben ne andere Kultur, die Sprache war am Anfang auch erst mal ein Problem und das legt sich schon wieder. Pustekuchen. Lange Rede kurzer Sinn, ich hab dann dort nach 3 Monaten wieder gekündigt. Plan war, als Freelancer zu arbeiten, um eben solche bösen Überraschungen nicht nochmal zu erleben. Nach dem die 3 Monate Kündigungsfrist dann vorbei waren, hab ich noch bis August (inkl. 1 Monat Schöpferischer Pause) als Freelancer in der Firma gearbeitet.

Am Anfang war ich dann auch super euphorisch und motiviert, nicht mehr in diesem miefigen Kaff (Ja! Paisley ist echt furchtbar!!!) und bei dieser ollen Bude arbeiten zu müssen. Doch dann hat mir die Weltwirtschaft einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich wusste immer dass da mit den internationalen Finanzmärkten was nicht stimmt, sowas fühlt man ja . Egal, jedenfalls hat die ganze Bankenkriese (Credit Crunch) ordentlich im Freelancermarkt eingeschlagen. Freelancer sind ja immer mit die ersten, die der Wirtschaftlichen Lage zu spüren bekommen und so ein Rekord-Finanzkriese kommt natürlich denkbar unpassend für einen Deutschen, der absolut keine Erfahrung als Freelancer hat und grad mal ein Jahr im Land ist. Ich glaub ne Festanstellung hätte ich bestimmt bekommen, aber genau das wollt ich ja eben nicht.

Ich glaub ich hab schon erwähnt  das meine erste Firma nicht so das gelbe vom Ei war und genau das selbe haben sich auch 12  andere (oder so) gedacht, die waehrend meines knappen Jahres in der Firma angefangen  und dann wieder aufgehört haben. 2 ehemalige Kollegen, die dort als Projektleiter gearbeitet haben, haben mir dann während meinen letzten 2 Wochen geschrieben ob ich n Job als Freelancer suche und ob ich nicht mal zu nem Vorstellungsgespraech kommen wolle. Sehr gut dachte ich. Und bei einer der beiden Buden bin ich dann auch gelandet.

Seit Ende September arbeite ich jetzt für eine kleine Firma in Glasgow (ja, Glasgow! Stadtzentrum, nicht am AdW!) als Consultant und Entwickler. Soweit ich das bis jetzt sagen kann ist die Firma der Krasse Gegensatz zu meiner alten Bude. Mir gefällt es da super. Atmosphäre, Kollegen, Lokation, alles stimmt. Letzte Woche hab ich dann auch meinen Vertrag für weitere 3 Monate verlängert bekommen und schon die erste leise Anfrage (Freitagabend im Pub….) bekommen, wie es denn mit Festanstellung aussehen würden.

Fazit: Meine internationale Karriere ist weiter auf gutem Wege :-) . Und endlich macht die Arbeit auch wieder Spaß, was so ziemlich das wichtigste ist und auch seien sollte.

kunden die diesen artikel gekauft haben kauften auch:

Loading…

Comments

6 Responses to “Endlich mal was mit Arbeit”

  1. teppi on December 16th, 2008 00:48

    hihi .. danke :-)

    Glasgow ist echt schön. Aber ich kann schon mal verraten, dass man auf dem Flughafen echt blöd pennen kann .. Sollte man nicht machen!

    Grüße aus Berlin

  2. Florian on December 16th, 2008 00:50

    Gerne :-) Wurde ja auch mal Zeit. ab jetzt oefters, versprochen. Das mit dem Flughafen merk ich mir, amn weiss ja nie….

  3. Thomas R. Koll on December 21st, 2008 15:06

    Eigentlich dachte ich immer das eine Krise gut für Freelancer ist weil die Firmen keine Festangestellten mehr wollen sondern lieber Freie Mitarbeiter.

  4. Florian on December 21st, 2008 15:31

    Ja, koennte man meinen. Aber Freelancer sind ja in der Regel teurer als Festangestellte und da es ja in der Hauptsache darum geht Kosten einzusparen….

    Trotzdem geht das ganze natuerlich auch an den Festangestellten nicht spurlos vorbei. In meiner alten Firma wurde erstmal (neben den Freelancern) 40% der Entwickler an die Luft gesetzt.

  5. Flüge on January 13th, 2009 11:31

    Ich finde es echt super, wie du deinen Weg gegangen bist. Genau wie Du bin ich der Meinung, dass ein Job, der einen absolut frustriert, nicht bis ans Lebensende ausgeführt werden sollte. Du hast die Chance ergriffen und warst mutig. Wie Du siehst hast Du alles richtig gemacht und ich wünsche Dir in Zukunft weiterhin viel Erfolg bei deinem weiteren Berufsleben!

  6. Florian on January 13th, 2009 13:21

    Danke :-)! Und wenn ihr mal ein Stueck Software braucht: Kontakt Einfach mal melden.