Schaue grade “The Big Job Hunt” auf Channel4. Die Reportage begleitet Arbeiter, die auf Grund der Wirtschaftskrise ihren Job verloren haben und nun auf der Suche nach neuer Arbeit sind.

Mir war gar nicht bewusst, dass es so etwas wie eine Arbeitslosenversicherung im Vereinigten Koenigreich ueberhaupt nicht gibt. Wer hier arbeitslos wird, muss sofort Sozialhilfe beantragen. Zwar hat man Anspruch auf “Jobseeker’s Allowance”, dieser Grundbetrag betraegt aber lediglich £65,- pro Woche. Ja richtig gelesen, £65,- pro Woche. Also absolut kein Vergleich zu dem Deutschen (und in Kontinentaleuropa weit verbreiteten) System der Arbeitslosenversicherung.

Das Schlimme daran: Jeder der arbeitet, zahlt in die Sozialversicherungen ein. Und zwar einkommensabhaengig. Und alles in allem ist das auch nicht gerade wenig. Wenn man dann schaut, was man dafuer im Haertefall vom Staat wieder bekommt, ist das schon echt traurig, um nicht zu sagen ein Skandal.

Ich werd hier demnaechst mal versuchen zu vergleichen, wie die Auswirkungen (und die sind hier genau die gleichen, wie in Deutschland) vom Britischen bzw. Deutschen Staat angegangen werden. Gerade eben wurde in dem Bericht z.B. ein Unternehmen gezeigt, das Standorte in Deutschland und UK hat. Das Britische Werk musste eine Grosszahl der Angestellten entlassen. In Deutschland hat man auf Kurzarbeit gesetzt (was es hier nicht gibt), um so zu verhindern, dass Leute entlassen werden muessen. Nur ein Beispiel von vielen….

Hier gibt es noch ein paar weitere Hintergrundinfos und Zahlen.

Heute in der Zeitung entdeckt: Die Britische Fluggesellschaft flybe hat jetzt ein ganz besonderes Versicherungspaket im Angebot. Sollte einer der Reisenden seinen Job verlieren, gibt es das Geld zurueck.

Hoert sich erstmal merkwuerdig an, aber wenn man sich hier auf dem Britischen Arbeitsmarkt umschaut kann ich mir gut vorstellen, dass das Angebot hier Anklang findet. Ich kenne alleine 4 Ex-Kollegen die vor kurzem rausgeschmissen wurden und die Prognosen fuers neue Jahr sehen auch nicht besser aus. Verglichen mit Deutschland sowieso. Fuer naechstes Jahr werden in Grossbritannien erstmals seit den fruehen 90er wieder ueber 3 Millionen Arbeitslose erwartet. Das kann man durchaus, gemessen an der Bevoelkerungsanzahl, mit der deutschen, magischen und angeblich psychologisch so wichtigen 5 Millionen Marke vergleichen

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Mein Secret Santa Bild

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Secret Santa Picture

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Secret Santa: Jeder in der Firma wird ein South Park Charakter. Alle in einen Topf, Augen zu und dann das grosse Los ziehen, Geschenk kaufen und na ihr wisst ja wie das geht. Typisch Deutsch?

Es wird Zeit mal ein bisschen über das Arbeitsleben hier in GB zu schreiben. Lange geplant, lange gefordert und doch nie gemacht. Heute will ich damit mal anfangen und mal ein bisschen das Aufholen, was ich in den letzten Monaten eben nicht geschrieben habe.

Als ich letzten September hier nach Glasgow gezogen bin, hab ich nach 2 Wochen gleich meinen ersten Job gefunden. Als Softwareentwickler bei einem Microsoft Gold Partner in Paisley, einem Vorort von Glasgow. An sich bin ich schon mit großen Erwartungen an den Job ran gegangen. Die Firma klang auf dem Papier erst mal gut und auch das Gehalt war eigentlich überdurchschnittlich. Gut dachte ich.  Doch wie das im Leben so ist, wars diesmal der Schwartz Peter, den ich gezogen hatte. Die Firma ist rückblickend betrachtet einfach nur ein Alptraum. Wer sich jemals mit moderner Softwareentwicklung, agilen Entwicklungsmethoden, Teammotivation und solchen Sachen beschäftigt an, findet an dieser Firma ein Paradebeispiel, wie man es eben NICHT machen sollte.

Anfangs dachte ich noch, gut ist eben ne andere Kultur, die Sprache war am Anfang auch erst mal ein Problem und das legt sich schon wieder. Pustekuchen. Lange Rede kurzer Sinn, ich hab dann dort nach 3 Monaten wieder gekündigt. Plan war, als Freelancer zu arbeiten, um eben solche bösen Überraschungen nicht nochmal zu erleben. Nach dem die 3 Monate Kündigungsfrist dann vorbei waren, hab ich noch bis August (inkl. 1 Monat Schöpferischer Pause) als Freelancer in der Firma gearbeitet.

Am Anfang war ich dann auch super euphorisch und motiviert, nicht mehr in diesem miefigen Kaff (Ja! Paisley ist echt furchtbar!!!) und bei dieser ollen Bude arbeiten zu müssen. Doch dann hat mir die Weltwirtschaft einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich wusste immer dass da mit den internationalen Finanzmärkten was nicht stimmt, sowas fühlt man ja . Egal, jedenfalls hat die ganze Bankenkriese (Credit Crunch) ordentlich im Freelancermarkt eingeschlagen. Freelancer sind ja immer mit die ersten, die der Wirtschaftlichen Lage zu spüren bekommen und so ein Rekord-Finanzkriese kommt natürlich denkbar unpassend für einen Deutschen, der absolut keine Erfahrung als Freelancer hat und grad mal ein Jahr im Land ist. Ich glaub ne Festanstellung hätte ich bestimmt bekommen, aber genau das wollt ich ja eben nicht.

Ich glaub ich hab schon erwähnt  das meine erste Firma nicht so das gelbe vom Ei war und genau das selbe haben sich auch 12  andere (oder so) gedacht, die waehrend meines knappen Jahres in der Firma angefangen  und dann wieder aufgehört haben. 2 ehemalige Kollegen, die dort als Projektleiter gearbeitet haben, haben mir dann während meinen letzten 2 Wochen geschrieben ob ich n Job als Freelancer suche und ob ich nicht mal zu nem Vorstellungsgespraech kommen wolle. Sehr gut dachte ich. Und bei einer der beiden Buden bin ich dann auch gelandet.

Seit Ende September arbeite ich jetzt für eine kleine Firma in Glasgow (ja, Glasgow! Stadtzentrum, nicht am AdW!) als Consultant und Entwickler. Soweit ich das bis jetzt sagen kann ist die Firma der Krasse Gegensatz zu meiner alten Bude. Mir gefällt es da super. Atmosphäre, Kollegen, Lokation, alles stimmt. Letzte Woche hab ich dann auch meinen Vertrag für weitere 3 Monate verlängert bekommen und schon die erste leise Anfrage (Freitagabend im Pub….) bekommen, wie es denn mit Festanstellung aussehen würden.

Fazit: Meine internationale Karriere ist weiter auf gutem Wege :-) . Und endlich macht die Arbeit auch wieder Spaß, was so ziemlich das wichtigste ist und auch seien sollte.

IT Contractor UK Portal

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Contractor UK ist ein gut gemachtes Portal das viele Fragen rund um das Thema “Arbeiten als Freiberufler” in Großbritannien beantwortet.

Außerdem gibt’s dort viele interessante Artikel sowie ein Forum, in dem sich meistens zu tiefst pessimistische Menschen über den Arbeitsmarkt hier im Land unterhalten. Nicht mein Ding, aber als ich da neulich mal 30 Minuten “rumgelesen” habe, hab ich total verstört und deprimiert den Browser geschlossen. Extrem negativ und zum Teil richtig arrogant. Trotzdem, gibt auch positive Beiträge und neben dem Thema Arbeitsmarkt noch andere nützlichen Beiträge.

Alles in allem aber echt nützlich, hat mir schon bei vielen Fragen weitergeholfen. Hier geht zur Seite und hier zum Forum.

Hier eine kleine Linksammlung fuer die Jobsuche in Grossbritannien. Ich hab mal die Seiten aufgelistet die ich bis jetzt fuer die Jobsuche benutzt hab. In der Regel schalten nicht die Firmen selber, sondern Recruitment Agencies die Anzeigen. Deswegen sind die Stellenausschreibungen meisst etwas “annonym” man erfaehrt zwar was man ungefaehr fuer Skills mitbringen muss, ueber das konkrete Themenumfeld oder gar Firmennamen gibts in der Regel wenig Infos.

Online Stellenboersen:

Totaljobs.com

CV Library

S1Jobs  

cwjobs.co.uk  

The IT JobBoard  

Monster.co.uk

Recruitment Agencies:

NetworkersMSB.com (Ueber die hab ich auch meinen 1. Job bekommen. Sehr freundlich, nett und kompetent.)

http://www.computerfutures.com/

Computer People

Modis International


 

Aktuell ist es, grade fuer “Contract Jobs”, etwas ruhig. Fast schon zu ruhig dafuer das Mittwoch mein letzter Tag als Sklave einer Festanstellung ist. Zum Gleuck bin ich so ne cool Sau…aeeehm Das soll aber durchaus normal fuer die Jahreszeit sein und haengt wohl damit zusammen das in Grossbritanien das Steuerjahr am 05.04 endet und demnach das neue am 06.04 anfaengt. Gerade gegen Ende sind natuerlich die Budgets in der Regel “empty” und es dauert n paar Wochen bis die Finanz-Joes ihr neues Budget aufgestellt haben.

Arbeitslos

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Was ich ueber meinen jetztigen Job denke, hatte ich ja vor einiger Zeit schonmal geschrieben. Richtig spass machts nicht. Das Geld ist zwar gut, aber der Arbeitsweg, die Kollegen (die meisten jedenfalls) und auch die Projekte die ich bis jetzt gemacht hab, all das war nicht wirklich das was ich mir vorgestellt hab.

Also hab ich in der Bude hier Anfang Januar gekuendigt.

Arbeitslos

Ich einfach keine Lust mehr Sachen zu machen, die mir keinen Spass machen. Fuer mich muessen einfach 3 Dinge stimmen. Das Geld muss gut sein, die Projekte muessen Spass machen und das Arbeitsklima muss gut sein. Beim Geld bin ich ja durchaus bereit Abstriche zu machen wenn einfach die Arbeit spass macht und die Atmosphaere stimmt.

Wie gesagt das Geld stimmt, die Projekte sind “ok” aber die Arbeisatmosphaere ist einfache ne Katastrophe. Ich glaub in den 60er Jahren war bei Tyhssen am Stahlband mehr los. Ueber den Weg zu arbeit hatte ich ja schonmal was geschrieben.

Wat jetzt: Im prinzip gibt es 2 Moeglichkeiten. Entweder ne neue Festanstellung suchen und drauf hoffen das es dort besser wird oder die Selbsstaendigkeit. Beides hat natuerlich Vor- und Nachteile aber im Moment tendiere ich mehr dazu es mal auf eigene Faust zu probieren.

Momentan versuche ich mir grade einen Ueberblick zu verschaffen wie genau das so funktioniert mit dem selbsstaendig machen. Wie laueft das mit Krankenversicherung und Steuern? Welche Rechtsformen gibt es (nix da mit GmbH und AG und so).

Rohrbruch

Naja nicht in ganz Glasgow, aber bei mir in der Wohnung. Bin abends von der Arbeit gekommen und habs erst garnich gemerkt. Dann kam aber der Nachbar runter und hat gefragt ob wir fließend Wasser haben. "Moment" sach ich, "Ich guck mal" (in fließendem Englisch natürlich :-) ). Fehlanzeige. nix Wasser und die Heizung ist auch ausgefallen. Sehr praktisch bei -2 Grad nachts.

Die Ursache zu finden war dann auch nicht besonders schwer. Blick aus dem Fenster: Shit! Der Klassiker! Der Nachbar baut n Pool!

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Jetzt bin ich schon fast fünf Monate in Schottland, aber über Arbeit hab ich hier im Blog glaub ich noch nicht geschrieben. Zeit wirds.

Am Anfang hab ich mir natürlich schon ein bisschen Sorgen gemacht wie einfach/schwer es hier wird Arbeit zu finden. Als Deutscher, der die neusten Arbeitslosenstatistiken immer am Monatsanfang in der Tagesschau serviert bekommt (macht die BBC nicht), der die monatelangen Hartz 4 Demonstrationen noch bildhaft vor Augen hat und dem auf Arbeit immer wieder gesagt wurde das Projekte ins Ausland gehen MÜSSEN, weil dort die Stundensätze ja viel niedriger sind, war ich zugegebener maßen schon ein wenig verunsichert.

Bevor ich hier her gezogen bin hab ich mich natürlich schon ein bisschen schlau gemacht und auch u.a. "Testbewerbungen" losgeschickt. Umso überraschter war ich dann, als ich mich echt mal an nem Nachmittag um 14:00 Uhr online für einen Job beworben habe und gegen 15:30 Uhr einen Anruf von na Firma aus Edinburgh bekam, die meine Bewerbung erhalten haben. Dummerweise musste ich denen dann erstmal verklickern das ich erst in 1-2 Monaten in Schottland. Um so mehr war ich dann aber überrascht dass am folgenden Tag echt noch 2 andere Typen von der Insel wegen der Bewerbung angerufen haben.

Diese Erfahrung hatte mich jedenfalls erstmal ein bisschen beruhigt. So richtig "richtig" hab ich dann erst angefangen mich zu bewerben als ich nach Schottland gezogen bin. Online Stellenbörsen gibt es hier eigentlich ne ganze Menge. Mit die Besten, wie ich finde, sind aber monster.co.uk, totaljobs.com und s1jobs.com. Insgesamt war ich keine 14 Tage hier und hatte in dieser Zeit den ersten Kontakt zu einer Recruitment Agency, das darauf folgende Vorstellungsgespräch, einen Termin zur Vertragsunterzeichnung und meinen ersten Arbeitstag.

Insgesamt alles recht "locker" unbürokratisch, freundlich. In der darauf folgenden Zeit hätt ich dann bestimmt noch bei 3-4 anderen Buden anfangen können. Grade als Softwareentwickler und Softwarearchitekt sieht es in Glasgow/Edinburgh aber auch in Großbritannien insgesamt eigentlich echt gut aus. Von nem Freund, der nach Dublin gezogen ist weiß ich, das er meine Zeit sogar um ein paar Tage geknackt hat :-). Ich bin bei meiner Firma als Senior .NET Developer angestellt. Das Gehalt ist gut, das Projekt interessant und die Firma……scheiße. Aber dazu später mehr…

Überrascht war ich auch als ich meine erste Lohnabrechnung bekommen hab. Als Deutscher hab ich mein Bruttogehalt natürlich erstmal vorsichtig grob durch zwei geteilt um mir eine Vorstellung von dem zu machen was unterm Strich auf meinem Konto landet. Pustekuchen.

 

Neben der Einkommenssteuer ist der Beitrag zur Staatlichen Krankenversicherung (NHS) das einzige was vom Lohn abgeht. Über das Thema Steuern und Sozialversicherung werd ich aber demnächst noch mal separat was schreiben. Bis jetzt bin ich mir noch nicht sicher welches System (Sozalversicherung) besser funktioniert. Das Soziale Rund-um-Wohlfühlpaket in Deutschland oder der eher Minimalistiche Ansatz hier. Obwohl so minimalistich ist es auch wieder nicht und die Arbeitslosenquote und das Wirtschaftswachstum verglichen mit Deutschland sprechen für sich.

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